Infos über die Hilfestellungen durch das Sozialamt (Richtsätze für das Jahr 2016):

Sozialhilfe wird in Innsbruck im Sozialamt (Ing. Etzelstr. 5) angesucht. In den Bezirken ist das Sozialamt in der Bezirkshauptmannschaft untergebracht. Auskünfte kann auch die jeweilige Gemeinde geben, teilweise werden auch dort Anträge angenommen.

Alleinstehende, Alleinerziehende: € 628,32 für den Lebensunterhalt (Essen, Kleidung, sonstiges)

Zusätzlich für jeden/jede 2. Volljährige (nicht alleinstehende): € 471,24 ab der 3. Volljährigen Person in einem gemeinsamen Haushalt € 314,16

Pro Minderjährigem der/die Anspruch auf Familienbeihilfe hat € 207,35 (von diesem Betrag werden ev. Alimente als Einkommen abgezogen).

Sollte eine dieser Personen einen stationären Aufenthalt benötigen, muss dieser gemeldet werden, da dann der Bezug reduziert wird. Monatlicher Bezug/ Taschengeld € 125,66.

Vierteljährlich (März, Juni, September und Dezember) wird eine Sonderzahlung von € 75,40 ausbezahlt. Voraussetzung dafür ist, dass die Person bereits seit mindestens 3 Monaten die Mindestsicherung bezieht.

Sollte die Person neben der Mindestsicherung noch andere Bezüge haben (Arbeitslosen- oder Notstandshilfe, Kinderbetreuungs- oder Krankengeld, jegliche Formen von Unterhaltszahlungen) werden diese von der Unterstützung abgezogen. Beispiel: MK+KI bekommen Kinderbetreuungsgeld und Alimente. Mindestsicherung für die KM beträgt € 628,32 und für das KI € 207,35 macht einen Bezug von € 835,70. Kinderbetreuungsgeld von € 20,80 tgl. wird mit 30 Tg berechnet, das ergibt € 624,00. Dazu kommen noch € 200,00 an Alimenten. Gesamt ergibt das € 824,00. Von dem errechneten Mindestsicherungsbezug von€ 835,70 werden die € 824,00 abgezogen. Somit erhält die Familie € 11,70 für den Lebensunterhalt.

Hinzu kommt aber, dass die Miete inkl. Betriebskosten und die Beheizung der Wohnung vom Sozialamt übernommen wird. Für die Übernahme dieser Kosten gibt es je nach Familiengröße bestimmte Richtlinien (Wohnungsgröße, Höhe der Miete usw.) diese müssen im Vorfeld vom Amt abgesegnet werden. Bei Neuanmietungen von Wohnungen gilt, dass kein Marklerbüro beauftragt werden darf (nur Privatvermieter oder Stadtwohnungen). Es müssen Kostenvoranschläge eingeholt werden, welche das Amt genehmigen muss, erst dann kann der Mietvertrag unterschrieben werden. Üblicherweise werden die Vergebührungen und Mieten direkt an die jeweiligen Stellen und nicht an die Mindestsicherungs-bezieherInnen ausbezahlt. Sollte eine Berechtigung für eine Mietzinsbeihilfe bestehen, muss diese beantragt werden und empfehlenswerter Weise direkt an den Vermieter überwiesen werden.

Sollten die MindestsicherungsbezieherInnen bisher keine Wohnung gehabt haben, besteht ein Anspruch auf eine Grundausstattung der Wohnung. Das bedeutet, dass das Sozialamt eine Abmachung mit bestimmten Firmen (Möbelix, Mömax und Ikea) hat, welche ausgewählte Möbel, Töpfe, Gläser usw. zusammenstellen. Das Liefern und Aufstellen der Möbel wird auch vom Sozialamt bezahlt. Wenn eine Person bereits eine Wohnung bzw. Möbel und Hausrat hat, übernimmt das Sozialamt die Übersiedlungskosten. Dafür muss wieder ein Kostenvoranschlag eingeholt werden (in Innsbruck üblicherweise bei EMMAUS). Dieser muss vom Sozialamt abgesegnet werden, bevor die Firma beauftragt wird.

Lebensnotwendige Anschaffungen und Reparaturen von Elektrogeräten wie Waschmaschine, Herd und Kühlschrank werden auch vom Sozialamt übernommen. Immer mit vorheriger Rücksprache am Amt. Auch bei diesen Geräten ist die Lieferung (bzw. Abtransport von Altgeräten) inbegriffen.

Das Sozialamt kann, muss aber nicht, Unterstützungen bei verschiedenen Notlagen wie zBsp. Stromrückzahlungen gewähren. Nicht übernommen werden „überflüssige“ Kosten von Telefonrechnungen, Strafen, Rückzahlungen für Anschaffung von Möbel usw. 

Sollten auf Grund der Berufstätigkeit der KE eine Betreuung der Kinder notwendig sein, gibt es in allen Betreuungseinrichtungen Anträge für Unterstützungsansuchen. Die Höhe der Unterstützung richtet sich nach dem Einkommen der Familie und wird nur bis zum 10. Lebensjahr des Kindes gewährt. Nicht gewährt wird eine derartige Unterstützung, wenn ein Elternteil das Kinderbetreuungsgeld bezieht.

Für BezieherInnen der Mindestsicherung gibt es jedes Jahr zu Schulbeginn eine besondere Aktion. Die Familien erhalten per Post ein Formular in dem sie ein „Schulpaket“ wählen können. Diese Pakete sind unterschiedlich zusammengestellt, so dass die für alle Altersstufen passen. Die Pakete enthalten je nach dem Stifte, Kleber, Federpenale, Schultaschen, Sets für Technisches Zeichnen usw. Es sind keine NoName-Billigprodukte sondern Qualitätsware mittlerer Preisklasse. Ziel der Aktion ist es, Kindern und Jugendlichen dadurch zu ermöglichen auch besseres „Material“ zum Arbeiten und Lernen zu haben, um dadurch mehr Spaß und weniger Ausgrenzung zu erleben. 

 

 

Finanzielle Unterstützung für AsylwerberInnen

(Personen die noch keine Aufenthaltsgenehmigung in Ö haben)

 

Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu sagen, dass es Unterschiede zwischen AsylwerberInnen gibt die in einem „Heim“ untergebracht sind oder sich selbst versorgen müssen. Die angeführten Beträge werden monatlich ausbezahlt. Zusätzlich zu den Unterstützungen sind alle AsylwerberInnen Krankenversichert und können somit zu jedem/jeder niedergelassenen Arzt/Ärztin gehen.

Folgende Auflistung gilt für Personen die sich selbst versorgen müssen, das heißt Wohnung oder Zimmer bezahlen, Essen einkaufen, sonstigen Lebensunterhalt bestreiten. Personen die in einem Heim wohnen und dort auch mit Essen versorgt werden bekommen € 40,00 Taschengeld.

Für Wohnen bekommt eine Einzelperson € 120,00, eine Familie € 240,00.

Essensgeld bekommt eine erwachsene Person € 200,00 und eine minderjährige € 90,00. Für Unbegleitete Minderjährige (Kinder und Jugendliche, die ohne erwachsene Angehörige unterwegs sind) bekommen € 190,00 für Essen, sofern diese nicht in einer Einrichtung versorgt werden.

Jede Person hat ein Anrecht auf € 12,50 für Bekleidung.

Schulpflichtige Kinder und Jugendliche (6-15 Jahre) bekommen € 16,70 Schulgeld, damit müssen Hefte, Stifte aber auch schulische Aktivitäten bezahlt werden.

Laut diesen Daten bekommt eine alleinstehende Person € 332,50 um den gesamten Lebensunterhalt (Essen, Wohnen, sonstiges) zu bestreiten. Eine Person die Mindestsicherung bezieht bekommt im Vergleich dazu € 628,32 plus verschieden Sonderzahlungen wie vorher angeführt. Sobald AsylwerberInnen einen positiven Bescheid haben (d.h. eine Aufenthalts-genehmigung), haben sie Anspruch auf Mindestsicherung. Sie müssen aber auch innerhalb eines Monats das Heim verlassen und sich selbst erhalten.

Die Problematik ist, dass das Betreuungspersonal in den Flüchtlingseinrichtungen auf die Mithilfe von ehrenamtlichen Personen angewiesen sind. Nicht immer ist es möglich bei den Behördengängen oder zu Arztbesuchen mitzugehen, dadurch entstehen oft Missverständnisse die einfach zu verhindern wären.

 

 


 

Wohin, wenn Psychotherapie notwendig wäre aber kein Geld dafür da ist?

In Tirol gibt es unterschiedliche Möglichkeiten eine Therapie in Anspruch zu nehmen ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen. Für Lehrlinge und Studierende besteht die Möglichkeit die Psychologische Studierendenberatung in der Schöpfstraße 3 in Anspruch zu nehmen.

In der Klinik für Medizinische Psychologie in der Schöpfstraße 23 a (0512/504 26117) finden Personen Unterstützung, die unter anderem durch Gewalt (physischer oder psychischer Art) psychische Probleme haben.

Sollte es zu Übergriffen gekommen sein bei welchen die TäterIn bei Gericht schuldig gesprochen wurde, muss die Therapie von der TäterIn bezahlt werden. Diesbezüglich informiert und unterstützt der Weiße Ring, Adamgasse 9 a (0512 / 58 53 23). Sie begleiten auch, sollte bisher noch keine Anzeige gemacht worden sein.

Für Personen, die eine Therapie benötigen besteht auch die Möglichkeit bei einem Therapeuten/einer Therapeutin nach einem Modelplatz zu fragen. Dieser Modelplatz berechtig zu einer Therapie für eine bestimmte Zeit begrenzt. Die Kosten der Therapie werden an die finanzielle Situation der Person angepasst. Je nach Einkommen kann es bis zu einer gesamten Übernahme der Kosten durch die TGKK oder andere Krankenversicherungsanstalten kommen. Bei der Suche nach einem Modelplatz hilft die Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung Tirols, Museumstraße 23 (0512/565958).

Sollten Personen eine sprachliche oder kulturelle Barriere haben, eine dieser Beratungsstellen anzunehmen gibt es noch folgende Einrichtung: Ankyra – Zentrum für interkulturelle Psychotherapie in Tirol Müllerstraße 7, 6020 Innsbruck Tel.: +43 512 564129